One-Stop-Shopping vs. Simplicity – Quo vadis Retailbanking?

Digital-basierte Geschäftsmodelle haben oft einen gemeinsamen Aspekt: sie bieten dem Kunden Produkte oder Services in einer weitaus simpleren und bequemeren Art und Weise an. Dabei treten innovative Unternehmen in bereits bestehende Märkte ein und verändern dort die Marktrealitäten. Hierbei braucht man nur an die vielzitierten Beispiele Apple und amazon zu denken. Zudem sind sie durch die digitalen Vermarktungsmodelle weniger komplex und kostenintensiv, ein Wettbewerbsvorteil, der an die Kunden weitergegeben wird und etablierte Marktteilnehmer in Bedrängnis bringen kann.

Was zählt, ist ‚schneller, einfacher, preiswerter‘, und der Kunde gewinnt auf allen Seiten. Das erhöht seinen Anspruch und letztlich seine Erwartungen. Schon jetzt hebt der Kunde bereits die Augenbrauen, wenn er für Versandkosten zahlen soll oder eine Lieferung länger als einen Tag dauert.

Im Retailbanking verändern digitale Möglichkeiten nun ebenfalls die Marktlandschaft. Neue Marktteilnehmer, sog. FinTechs (Financial Technology), setzen ihr Geschäftsmodell in Kontrast zum One-Stop-Shopping-Ansatz der etablierten Retailbanken. Sie bieten den Kunden einfache, mobile und preiswerte Bankinglösungen und versuchen so, den Kundenhunger nach digitaler Einfachheit zu stillen. Dabei setzen sie auf ein, zumindest vorerst, beschränktes Produktportfolio und ein maximiertes Kundenerlebnis. Im Kollektiv ist die FinTech-Bewegung jedoch eine Offensive auf die gesamte Wertschöpfungskette der Finanzbranche, welche etablierte Banken bis jetzt mehr oder weniger ungestört bedienen konnten.

Vor allem bei jungen Bankkunden, den ‘Digital Natives‘ der Millennium-Generation, kommen diese Bankingmodelle gut an, gerade weil sie in die Zeit passen. Junge Bankkunden spüren die größte Diskrepanz zwischen dem digitalen Status quo im Retailbanking und den digitalen Möglichkeiten, die sie in anderen Bereichen des Konsumalltags kennen und schätzen gelernt haben. Sie fordern also jene digitalen Möglichkeiten zunehmend auch von ihren Banken ein.

Momentan stellen die ‘Digital Natives‘ noch einen Nischenmarkt dar. Folgt man jedoch Christensens Theorie der disruptiven Innovation, können wir über kurz oder lang eine substanzielle Veränderung im Massenmarkt des Retailbankings erwarten. Margen und Wechselkosten werden sinken, Kundenerwartungen und FinTech-Produktleistungen werden steigen. Um zukünftig in One-Stop-Shop-Manier erfolgreich zu bleiben, müssen etablierte Banken demnach an jedem Punkt entlang der Wertschöpfungskette ihre Daseinsberechtigung unter Beweis stellen. Für Etablierte besteht also Handlungsbedarf.

Bildcredits des Titelbilds gehen diesmal an John Liu, thanks for sharing!

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