Ertragsflaute im Bankgeschäft durch Tiefzinsumfeld – Realität oder Chance?

Banken gelten als stark reguliert und dies sollte sich somit auch in den Jahresabschlüssen widerspiegeln.

Diese Annahme wollten wir einmal einer Prüfung unterziehen und haben daher in unserer Bankstudie über 20 österreichische Regionalbanken mit folgenden 3 Zielen analysiert:

  • Vergleichbarkeit unter den Banken schaffen
  • Die Profitabilität der Banken im Kerngeschäft analysieren
  • Trends erkennen und Verbesserungspotenzial aufzeigen

Daraus haben wir nachfolgende (und teilweise unerwartete) Erkenntnisse gewonnen:

  • CET1 ist bei vielen Banken ok. Weil aber kaum mehr Nachrangkapital emittiert wird, muss CET1 weiter steigen.
  • Die Provisionsmargen sind stabil, aber sehr unterschiedlich und potentiell von Fintech im Zahlungsverkehr bedroht.
  • Die Marge aus dem reinen Kreditgeschäft ist ebenfalls stabil, aber in der Überleitung zum Zinsüberschuss werden viele „artfremde” Faktoren hinzugefügt, womit die Prognostizierbarkeit stark leidet.
  • Die Unterschiede im Verwaltungsaufwand sind sehr groß und oft bedingt durch die Zusammensetzung der Bilanz. Weil aus Staatsanleihen und Forderungen an andere Banken kein Geld mehr zu erzielen ist, muss immer mehr Ertrag aus dem Kundengeschäft kommen.
  • Bei den non-performing loans ist das Verbesserungspotenzial mit Abstand am größten (EUR 3,5 Mrd.). Für eine gut laufende Wirtschaft wie Österreich sind die NPL-Quoten im Schnitt aber zu hoch. Eine gewisse Bereinigung von Altlasten wird notwendig sein.
  • Am überraschendsten war, dass die NPL-Quote keine Korrelation mit der Kreditmarge aufweist. Das heißt, gewisse Banken kaufen Kreditrisiko systematisch zum falschen Preis ein, während andere auch bei gutem Risiko hohe Margen einfordern können. Letztere bieten jedoch echten Mehrwert für Kunden und werden dafür belohnt.
  • Die Profitabilität im Kerngeschäft ist bei vielen Banken mangelhaft, aber es gibt durchaus Institute, die gutes Geld verdienen. Diese zeichnen sich fast alle aus durch eine starke Marke, einen Fokus auf das Kerngeschäft und ein differenziertes Angebot für ihre Kunden.

Fazit: Die Zinsflaute machte sich bereits 2015 bemerkbar und die Banken im unteren Drittel sind gefordert, ihre Profitabilität im Kerngeschäft zu steigern. Kundennutzen statt Preiskampf, Verringerung der Risikokosten, kundenwert- statt produktbezogene Vertriebssteuerung und wirkungsvolle Kundensegmentierung sind die wichtigsten Stichworte dazu.

Erfahren Sie in der folgenden Präsentation mehr über die Details der Ergebnisse.

Gerne zeigen wir Ihnen die Resultate und das Potenzial Ihrer Bank in einem individuellen Termin. Melden Sie sich bei Interesse oder auch für Fragen oder Kommentare bei lucas.gnehm@keylens.com.



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