Gebt mir ein WAS! Gebt mir ein WIE! Gebt mir ein WOHIN!

Kernergebnisse des 6. KEYLENS Kompetenzprojektes „Digitalisierung erfolgreich meistern“ in der Bauzulieferindustrie

Die Bauzulieferindustrie hat sich mit großen Schritten auf den Weg der Digitalisierung gemacht. Die Einfüh­rung digitaler Workflows, die Bereinigung der Stammdaten als Voraussetzung für PIM oder den Multi Channel Vertrieb inklusive Online Vertrieb, die Unterstützung der Supply Chain mit digitalen Applikationen bis hin zur Bereitstellung von Konfiguratoren, BIM-Tools, Chat Bots oder Beratungs­plattformen – solche Maßnahmen, die vornehmlich der Effizienzsteigerung in den verschiedenen internen Wertschöp­fungs­stufen und der Marktbearbeitung dienen, sind mittlerweile fast Standard in Unternehmen.

Immer mehr verfestigt sich jedoch die Einsicht, dass dieser technisch-prozessuale Digitalisierungs-Fokus zu kurz gedacht ist. Fragen zur Wettbewerbsdifferenzierung, zur Einführung neuer digitaler Services oder zu neuen digitalen Geschäfts­modellen bleiben unbeantwortet. Das gilt auch für Fragen nach einem digitalen Zielbild bzw. einer echten Digitalstrategie, dem Umgang mit interner und externer Unsicherheit und dem Mitnehmen und Einbinden der Mitarbeiter.

Wie also die Digitalisierung erfolgreich meistern? Was ist inhaltlich konkret zu tun, auf welche Maßnahmen der Fokus zu legen? Wie die Organisationen und Mitarbeiter mitnehmen? Wie Agilität skalieren und Flexibilität entwickeln? Und wohin wird die Reise in den nächsten Jahren gehen?

Im sechsten KEYLENS Kompetenzprojekt wurden unter der Überschrift „Digitalisierung erfolgreich meistern“ Erfahrungen zu diesen Fragen ausgetauscht und Lösungsansätze entwickelt. Knapp 30 Eigentümer, Geschäftsführer und Führungskräfte aus 11 Unternehmen diskutierten einen Tag lang in München intensiv sowohl ihre Strategien, konkreten Erfahrungen und Projekte als auch die Frage, welche Methoden, Kulturansätze und Formen von Leadership notwendig sind, um die Chancen der Digitalisierung zu meistern.

Die Diskussion wurde auf drei Ebenen geführt: ‚Was‘ sind die richtigen Inhalte und wesent­lichen Wert­treiber der Digitalisierung? ‚Wie‘ zukünftig mit der steigenden Informationsflut, der rasant wachsenden Komplexität und der abnehmenden Planbarkeit umgehen? Und zu guter Letzt: ‚Wohin‘ wird die bewusst gesteuerte Reise gehen und welches sind die nächsten Schritte?

Hinsichtlich des ‚Was‘, der Frage nach den richtigen Inhalten und wesentlichen Werttreibern der Digitalisierung, konkretisierten sich fünf zentrale Erkenntnisse aus der Diskussion:

  • Es gibt keinen ‚richtigen‘ Pfad, dafür aber klare Muster: Es gibt keine allgemeingültige Blaupause für ‚die‘ richtige Digitalstrategie. Aber wir konnten erkennen, dass sich in Abhängigkeit vom Marktsegment, der Entscheider-Nutzen-Konstellation, den Vertriebs­kanälen, der Art des Produktes und den Werttreibern des Geschäftsmodells Muster in Bezug auf die Digitalisierung erkennen lassen.
  • In Zukunft deutlich stärkere Differenzierung und neue Geschäftsmodelle: In den nächsten drei Jahren wird sich der Fokus der Digitalisierungsprojekte hin zur Differenzierung durch digitale Produkte und digitale Services bzw. neue Geschäftsmodelle ver­schieben. Die Weichen gilt es heute schon zu stellen.
  • Das operative Gespür ergänzen um Transparenz und konsequentes Handeln: Auch wenn Digitalisierung en vogue ist, bedarf es der Transparenz (‚Landkarte digitaler Projekte‘) und der Konsequenz, Projekte bei ausbleibendem Erfolg einzustellen. Letzteres ist gerade in mittelständischen und eigentümergeführten Unternehmen eine Herausforderung.
  • Digitales Zielbild als Must-have für Fokus, Messbarkeit und Halt: Viele Initiativen, aber wenig große Zielbilder. Konsens bestand darin, dass es dringend solcher Zielbilder im Rahmen einer Digitalstrategie bedarf. Sie sind mit der Unternehmens­strategie zu verknüpfen, bilden die Richtschnur für die Priorisie­rung digitaler Projekte, schaffen Transparenz und Messbarkeit und geben den Mitarbeitern Halt und Orientierung. Zielbilder sollten Aussagen zu folgenden Dimensionen treffen: digitale Vision, relevante Werttreiber sowie konkrete, zugrunde liegende Maßnahmen.
  • Konsequent vom Markt und Kundennutzer her denken: Digitalisierung heißt Kundenzentrierung. Entsprechend müssen digitale Zielbilder und Digitalstrategien konsequent vom Markt her gedacht und an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet sein. Der KEYLENS Digital Navigator unterstützt die strukturierte Entwicklung von Markt- und Kundensicht.

Konsens bestand darin, dass der Fokus der Digitalisierung in der Bauzulieferindustrie bis dato auf Inhalten und konkreten Maßnahmen lag. Die ‚Wie‘-Frage führt ein eher stiefmütterliches Dasein. Dabei gewinnen Fragen nach dem Umgang mit der rasant wachsenden Komplexität und Unsicherheit sowie einer abnehmenden Planbarkeit immer mehr an Bedeutung. Das Aufeinandertreffen von agilen Methoden und starren Organisationsstrukturen sowie Planungsprozessen erfordert neue Ansätze. Fünf wesentliche Aufsetzpunkte ­ergaben sich aus der Diskussion:

  • Denken in digitaler Transformation statt nur in Digitalisierung!
    Immer dort, wo die Digitalisierung im Außen und Innen von Unternehmen auf Mitarbeiter trifft, die durch die Digitalisierung neue Kompetenzen entwickeln und ihre Routinen im Alltag verändern müssen, stößt Digitalisierung an eine gläserne Decke und der Übergang zur digita­len Transformation ist erreicht.
  • Digitale Transformation gehört in Top-Management-Hand!
    Die Digitalisierung ist heute im Wesentlichen eine Aufgabe auf Mitarbeiterebene und betrifft in erster Linie das mittlere Management. Die digitale Transformation ist Top-Management-Aufgabe. Es bedarf eines neuen Leadership Frameworks und einer klaren Haltung zu Themen wie Steuerung, Führung, Zusammenarbeit etc. in flexibel agierenden Unternehmen.
  • ‚Flexibilität‘ muss ein Managementparadigma werden, genauso wie Kundenzentrierung! „Responsiveness to change“ (bzw. Flexibilität) statt Stabilität. Zukünftiger Markterfolg braucht flexibel agierende Unternehmensorganisationen in der Bauzulieferindustrie, die souverän in der Lage sind, mit Unsicherheit umzugehen, Veränderungen des Marktes frühestmöglich zu erkennen, robust zu bewerten und kurzfristig mit adäquaten Lösungen zu begegnen. Damit ist auch klar: Digitale Transformation betrifft alle und hat nur am Rande etwas mit Technik zu tun.
  • Erfolgsfaktoren für mehr Flexibilität!
    Fokus auf strategische Wert- und Wachstums­treiber, Aufbau reagibler Strukturen, eine Landkarte der eigenen Digitalprojekte, die Ablö­sung starrer Mehrjahrespläne durch situative Steuerung, ‚agilisierte‘ Führung – um nur einige Beispiele zu nennen, wie Organisationen flexibler werden.
  • Design, Apply & Learn, Roll out – zurück auf Design!
    Die meisten Unternehmen der Bauzulieferindustrie befinden sich auf ihrem Digitalisierungsweg derzeit in der Apply & Learn-Phase, mit wenigen IT-nah tätigen Teams und Projekten. „Digitalisierung erfolgreich meistern” und digitale Transformation gestalten, bedeutet nun vor allem, in den Inhalten der Design-Phase nachzurüsten, d. h. Zielbilder aufzubauen und Weichen für mehr Flexibilität im gesamten Unternehmen zu stellen.
‚Wohin‘ wird die Digitalisierung bzw. besser die digitale Transformation weitergehen? Was planen Teilnehmer als nächste Schritte?

Inhaltlich wird es zunächst darum gehen, die gestarteten Initiativen fortzuführen und abzuschließen. Dazu gehören Themen, wie bspw. neue Vertriebssteuerung aufbauen, CRM-System einführen, BIM weiter in den Abläufen verankern, Kundenkontaktpunkte digitalisieren und miteinander verknüpfen, weiter die Stammdaten bereinigen oder das Marketing weiter automatisieren und Marketingprozesse, wie beispielsweise die Lead Generierung digitalisieren.

Ergänzt werden diese ‚Infrastrukturmaßnahmen‘ zukünftig durch die Entwicklung unternehmensüber­greifender ‚digitaler Zielbilder‘ und ‚digitaler Geschäftsmodelle‘. Damit einher geht das Bestre­ben, sich im Top-Management bewusst Raum für tagesgeschäftsunabhängige Überlegungen zur digitalen­ Transformation zu schaffen. Die Frage nach dem ‚Wie‘ wird einen hohen Stellenwert einnehmen: Der Aufbau flexibler und reagibler Organisationen und die Einführung neuer Führungsmodelle und -kulturen rückt nach den Diskussionen und Erfahrungen des heutigen Tages ganz nach oben auf der Agenda der Teilnehmer.

KEYLENS gibt es, um Unternehmen durch mehr Marktorientierung erfolgreicher zu machen. Unser Ansatz dazu: Customer Centricity. Wir sind eine Strategieberatung mit der Bauzulieferindustrie, d. h. der Bauindustrie mit Bauhauptgewerbe und Baunebengewerbe, als einem von 5 Branchenschwerpunkten. Als Strategie-/ Unternehmensberatung beraten wir Hersteller, Großhändler, Fachhändler und DIY-Ketten “end to end” bei folgenden Themen: Wachstumsstrategie, Kundenzentrierung und Kundenmanagement, Customer Experience Management, Marketingstrategie, Vertriebsstrategie sowie Digitale Transformation.

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