Wo ist der Wald?

– Wenige konkrete Zielbilder zur Digitalisierung in der Bauzulieferindustrie –

Manuelle Lieferscheine für Wareneingänge durch automatische Erfassungssysteme ersetzen, Verknüpfung der Bestellsysteme mit der Produktionsplanung, automatische, rechtebasierte Bereitstellung von Bildmaterial und Produktbeschreibungen für Händler und Handwerker, Verknüpfung der Kundendaten mit deren Bestell- und Servicehistorie, Digitalisierung der Produktionsprozesse, um Losgrößenfertigung n=1 zu ermöglichen, Einführung agiler Arbeitsmethoden usw.

Mit Hochdruck sind die meisten Unternehmen der Bauzulieferindustrie dabei, analoge Daten und manuelle Prozesse zu digitalisieren, sich digital mit Lieferanten und/oder Kunden zu vernetzen, digitale Services und eine optimierte Customer Experience für Kunden zu schaffen oder über neue digitale Geschäftsmodelle nachzudenken.

Treiber dieser Maßnahmen sind häufig Effizienzgedanken oder das Streben danach, erst einmal ‚Grundlagen‘ zu schaffen. ‚Differenzierung am Markt‘ oder ‚konsequente Kundenzentrierung‘ sind derzeit in vielen Fällen zwar noch sekundäre Aspekte, sie scheinen aber immer bedeutender zu werden.

Damit passt doch alles, oder?
An allen Ecken und Enden wird digitalisiert. Unternehmen der Bauindustrie treiben mit Hochdruck ihre Digitalisierungsinitiativen voran – und ächzen unter der Last. Aber auf den ersten Blick scheint alles im grünen Bereich.

Nein, es passt eben nicht!
Es fehlen zumeist die greifbaren großen Zielbilder für die Digitalisierung und eine sich daraus ableitende Digitalstrategie. Die Frage nach dem ‚Warum“ ist unbeantwortet. Nach der Vision, die mit der Digitalisierung erreicht werden soll, und nach den Zielen, die Unternehmen in drei bis fünf Jahren mit ihrer Digitalisierungs- und Unternehmensstrategie erreicht haben wollen.

Stattdessen ist in der jüngsten Vergangenheit ein unkoordinierter und an Ressourcen zehrender Wildwuchs an Digitalisierungsprojekten entstanden. Allein das Zauberwort ‚Digitalisierung‘ war häufig Legitimation genug. Es fehlte an einem übergeordneten Ordnungskriterium, einem Zielbild, das Richt­schnur ist, um zwischen wichtigen und unwichtigen Digitalisierungsinitiativen zu unterscheiden.

Erschwerend kommt hinzu, dass es häufig auch an einer Übersicht über die derzeit laufenden Digitalisierungsprojekte, über deren Ziele und über den Ressourcenbedarf mangelt. Diese könnte die Grundlage für eine Priorisierung bilden. Aber eine solche unternehmensübergreifende ‚Landkarte der Digitalisierungsprojekte‘ liegt nur in wenigen Fällen vor.

Es ist daher an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten, sich nicht an den einzelnen Bäumen abzuarbeiten, sondern (wieder) einen Blick für den ganzen Wald zu gewinnen. Zwei Werkzeuge sind dafür essenziell: ein Zielbild, also eine Digitalstrategie für die nächsten drei bis fünf Jahre, als Richtschnur für die Priorisierung, und fortan eine Landkarte der Digitalisierungsprojekte, um Überblick und Transparenz zu schaffen und um ggf. Initiativen, die nicht zielführend sind, zu erkennen und einzustellen.



KEYLENS gibt es, um Unternehmen durch mehr Marktorientierung erfolgreicher zu machen. Unser Ansatz dazu: Customer Centricity.
Wir sind eine Strategieberatung mit der Bauzulieferindustrie, d. h. der Bauindustrie mit Bauhauptgewerbe und Baunebengewerbe, als einem von 5 Branchenschwerpunkten. Als Strategie-/ Unternehmensberatung beraten wir Hersteller, Großhändler, Fachhändler und DIY-Ketten “end to end” bei folgenden Themen: Wachstumsstrategie, Kundenzentrierung und Kundenmanagement, Customer Experience Management, Marketingstrategie, Vertriebsstrategie sowie Digitale Transformation.

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